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Beate Zschäpe: Eine emanzipierte Frau geht ihren Weg

Jung, dynamisch, immer gut drauf – so kennen und so lieben wir die rechte Vorzeigeterroristin Beate Zschäpe. Doch hinter all diesem Glamour stecken harte Arbeit und Stunden des Selbstzweifels. „Es ist nicht einfach, heutzutage als Frau in der rechten Szene Erfolg zu haben.“ Lange Zeit wurde sie in ihrer Terrorzelle nur als „Quotenfrau“ belächelt. „Ich hatte das Gefühl, ich musste immer doppelt so gut sein, wie meine männlichen Mitstreiter. Wenn einer der Uwes zum Beispiel drei Türken um die Ecke gebracht hatte, dann musste ich mindestens schon ... ääähm ... also ... na ja, zumindest eine ganze Menge Türken mehr ausradieren, um Anerkennung zu bekommen.“ Dafür hat sie eine Menge Entbehrungen auf sich genommen. „Ich hätte gerne ein Baby von einem der Uwes bekommen. Aber wenn du erst mal aus dem Job raus bist, ist es enorm schwer, sich wieder zurückzukämpfen.“ Beate Zschäpe ist ihren Weg konsequent bis zum Ende gegangen und dabei ganz Frau geblieben. „Ich denke schon, dass es eine Form von weiblichen Terrorismus gibt. Im Gegensatz zu meinen männlichen Kollegen lebe ich schließlich noch, außer mein Gehirn. Aber das war ja schon immer tot.“

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