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Keine Macht den Drogen

Kaum ein Problem beschäftigt die Bundesregierung so sehr, wie die zunehmende Kinderarmut in Deutschland. Nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes lebt jedes zehnte Kind unter 15 Jahren in sogenannten Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften, in Brandenburg ist es sogar jedes vierte. Jetzt liegen alarmierende Studien vor, die beweisen, daß die Armut in vielen Fällen selbstverschuldet ist: die Ursache ist in fast 95% aller Fälle nämlich Drogenmißbrauch.

An erster Stelle der Drogenhitliste stehen dabei Nahrungsmittel, umgangssprachlich auch gerne "Was-zu-Beißen" genannt. Schieflage hat sich mit einem betroffenen Jungen aus Hamburg-Billstedt unterhalten, der die erschreckende Geschichte seiner Drogenkarriere schonungslos preisgab. Die Redaktion respektiert den Wunsch des vierzehnjährigen Schülers auf Anonymität. Der Name des Jungen wurde deshalb von uns in eckige Klammern gesetzt.

Schieflage: Anonymer Junge, erzähl uns doch mal, wie du in den Teufelskreis des Drogenkonsums geraten bist.

[Manuel]: Also, als ich drei war, hat mich meine Mutter mit kleinen Dosen an die Droge gewöhnt. Meistens waren es relativ harmlose Dosen mit Erbsen- und Wurzelgemüse, aber manchmal ging das auch hart ab mit Ravioli und Königsberger Klopse und so'n Stoff.

Schieflage: Wann hast Du gemerkt, daß du eine Nahrungsmittelabhängigkeit entwickelt hattest?

[Manuel]: Das merkste ja erst gar nicht, erst als meine Mutter mal ins Krankenhaus mußte und mich zwei Wochen in der Wohnung eingeschlossen hatte, da war ich nach ein paar Tagen voll auf Turkey. Da kriegste voll die Ängste, wirst total schlapp und dann setzen die Schmerzen ein, fürchterliche Schmerzen, Alter, das kann ich dir sagen ...

Schieflage: Konntest du dich denn in der Schule überhaupt noch konzentrieren, wenn du wieder mal auf Droge warst?

[Manuel]: Das ging gar nicht, Alter. Ich war manchmal so voll, daß ich im Unterricht eingeschlafen bin. Aber die anderen aus meiner Clique waren ja genauso drauf. Da kreiste bereits in der Frühstückspause der Löffel und das Feuerzeug, und dann haben wir uns Linsensuppe warmgemacht. Voll krass, so im nachhinein.

Schieflage: Und wie, glaubst du, wird dein Leben jetzt weitergehen?

[Manuel]: Ich stecke gerade in einer von der Bundesregierung geförderten Entziehungsmaßnahme und bin seit drei Wochen clean. Aber ich weiß natürlich auch, daß mich jede Party, wo es "was zu futtern" gibt, sofort wieder voll draufbringen kann. Da mußt du stark sein, Alter. Deshalb möchte ich später mal Brotlose Kunst studieren ...

Ein Sprecher der Bundesregierung wies darauf hin, daß der Regelsatz für Alg-II-Empfänger und deren Familien natürlich nicht für Drogenmißbrauch ausgelegt sei. "Wenn in den Familien rechtzeitig auf die Gefahr der Volksdroge Nahrungsmittel aufmerksam gemacht werden würde, müßten Deutsche Kinder nicht in Armut leben", mahnte der Pressesprecher. Und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt warnte davor, daß auch das sogenannte "Fast-Food" versteckte Nährstoffe enthalte, die süchtig machen können. Oftmals stellten diese "Light-Drogen" den Einstieg für Kinder und Jugendliche in ihre Drogenkarriere dar.

Als erste Konsequenz dieser erschreckenden Studie dürfen Nahrungsmittel ab dem 01. Juli 2008 nicht mehr an Unter-18-jährige verkauft werden. Heimliche Nahrungsmittel wie sogenannte Hamburger müssen mit einem Warnhinweis versehen werden. Außerdem werben zahlreiche Prominente mit der Aktion "Lebenshunger" für eine bessere Zukunft ohne Essen. Die Schirmherrin Heidi Klum geht mit gutem Beispiel voran: "Es ist ein offenes Geheimnis, daß in dieser Branche viel gegessen wird. Aber ich wäre ganz sicherlich nicht da, wo ich bin, wenn ich dieser Droge nachgegeben hätte!"

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