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Thüringer Archäologen entdecken die Marmortafeln des Schizokrit

Wissenschaftliche Sensation am Fuße des Olymp

Dort, wo die Götter Urlaub machen, gelang den beiden Hobbyarchäologen Horst-Günther Czybulla und Mario Liese eine kleine wissenschaftliche Sensation. Bei Grabungsarbeiten in der Nähe des idyllischen Dörfchens Sachsenrhoda fanden sie nämlich zwei der lange verschollenen „Marmortafeln des Schizokrit“, die der gleichnamige Philosoph dort ca. 480 v. Chr. an eine Tempeltür des Apoll schlug, um so gegen dieses und jenes zu protestieren. Die Marmortafeln waren zu schwer, der Tempel stürzte ein.

Durch einen Zufall stießen Czybulla und Liese auf die steinernen Zeugnisse hellenistischer Kultur, denn eigentlich wollten sie nur „die Beute aus einem inzwischen verjährten Bruch“ ausgraben. „Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn du plötzlich diese Tafeln in den Händen hältst, da weißt Du plötzlich, wie es dem Stresemann damals in Troja ging“, berichtet Czybulla sichtlich bewegt. Und Liese, der nach eigenem Bekunden nicht nur eine Schwäche für die mittelalterliche Philosophie vor Wilhelm von Ockham hat, sondern auch alle Friedensfahrt-Gewinner chronologisch aufsagen kann, fügt stolz hinzu: „Ich hab Dir gleich gesagt, dass da keine Birken in der Nähe waren, wo wir das Zeug vergraben haben.“

Der griechische Philosoph Schizokrit, der auch „der Schwafelnde“ genannt wird, wurde lange Zeit von der Forschung als „Spinner“ abgestempelt und zu Unrecht ignoriert. Diese Auffassung jedenfalls vertritt der renommierte Altphilologe Prof. Dr. Gero von Butzenheimer von der „Heinrich-Stresemann“-Privatuniversität in Lippstadt. „Schizokrits Theorie, dass das Urelement, welches die Welt im innersten zusammenhält, Tsatsiki sei, wurde lange Zeit belächelt. Heutzutage ist die Quarkstheorie wissenschaftlicher Standard. Die nun entdeckten Marmortafeln ermöglichen uns erstmals einen authentischen Einblick in die Gedankenwelt des großen Denkers.“

Czybulla und Liese haben jedenfalls ihren Platz in der Reihe großer Archäologen gefunden. Gestern bereitete die Stadt Sachsenrhoda den beiden Heimkehrern einen großen Bahnhof. Hunderte säumten die Straßen, als die beiden ins Rathaus fuhren, um sich dort ins goldene Buch der Stadt einzutragen, Einziger Wermutstropfen: einer internationalen Expertengruppe gelang es ebenfalls nicht, die Beute aus dem inzwischen verjährten Bruch aufzufinden.

Hier nun erstmals der vollständige Text der beiden Steintafeln:

Der Weg hinauf und hinab ist ein und derselbe. Habe es ausprobiert. Hinab geht leichter.

Nach Weisheit strebende Männer müssen sehr viele Dinger erforschen.

Feuer und Wasser - eine Symbiose.

Die Leute verstehen die Dinge nicht, die ihnen begegnen, und wenn diese ihnen erklärt werden, begreifen sie sie nicht, und beharren auf das, was das Privatfernsehen sie lehrt.

Die ohne Verständnis hören, gleichen Tauben; das Sprichwort bezeugt es ihnen : “Wer Stadttauben füttert, bringt sie in Gefahr“.

Ich beriet mich bei mir selbst, war aber anderer Meinung.

Der Fürst, dem das Orakel von Delphi gehört, erklärt nicht, verbirgt nicht, sondern verbringt die meiste Zeit am Ballermann.

Es ist unmöglich, zweimal in denselben Fluss hineinzusteigen, es sei denn, man kann schwimmen.

Regen: wie Wasser, nur von oben.

Es ist allen Menschen gegeben, sich selbst zu erkennen und dann so vernünftig zu sein, mich zu verehren.

Augen können besser sehen als Ohren.

Ein Blinder hackt dem anderen kein Auge aus.

Ein Apfel am Tag ersetzt den Handwerker.

Beiläufig gesprochen: Die Gegenstände sind farblos.

Die Sonne hat Schuhgröße 46.

Mit einem Gott verglichen darf der Erwachsene unmündig heißen, wie das Weib verglichen mit dem Manne.

Fische stammeln und lallen nicht - höchstens nachts.

Das eine Weise, das einzig und allein ist,
Ist nicht bereit und doch wieder bereit,
mit dem Namen des Schizokrit benannt
zu werden.

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