Das Magazin für gesellschaftsrelevante Liebestechniken

Erstmals ungekürzt und im Originalton:

Karl-Theodor zu Guttenbergs Abschiedsrede

Noch dauern wird's in späten Tagen Und rühren vieler Menschen Ohr, Und wird mit dem Betrübten klagen Und stimmen zu der Andacht Chor. Grunz. Wir sind, wenn wir so mit den Dingen sprechen, immer auch bei der Frage nach ihrem Woher und Wohin: bei einer "offen bleibenden", "zu keinem Ende kommenden", ins Offene und Leere und Freie weisenden Frage – wir sind weit draußen. Sondern aktualisierte Sprache, freigesetzt unter dem Zeichen einer zwar radikalen, aber gleichzeitig auch der ihr von der Sprache gezogenen Grenzen, der ihr von der Sprache erschlossenen Möglichkeiten eingedenk bleibenden Individuation. Nichts ist unmöglich. Ich frage euch zehntens und zuletzt: Wollt ihr, daß, wie das nationalsozialistische Programm es gebietet, gerade im Krieg gleiche Rechte und gleiche Pflichten vorherrschen, daß die Heimat die schwersten Belastungen des Krieges solidarisch auf ihre Schultern nimmt und daß sie für hoch und niedrig und arm und reich in gleicher Weise verteilt werden? Ein reines Wasser muß durch einen tiefen Stein. Helft mir, ach, ihr hohen Mächte! Die ganze Welt sieht dieses Eingeständnis des Versagens. Nichts Heiliges ist mehr, es lösen Sich alle Bande frommer scheu; Der Gute räumt den Platz dem Bösen, Und alle Laster walten frei. Wehe! wehe! Gehen sie zurück nach Louisiana! Ich will nicht klagen über unseren verfrühten Niedergang, noch meinen weißgesichtigen Brüdern den Vorwurf machen, ihn beschleunigt zu haben, denn auch wir mögen an manchem die Schuld tragen.



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