Das Magazin für außerordentliche Verfahrenspraktiken

„Von den Piraten lernen ...

... heißt Siegen lernen!“ Wenn man die Erfolge der Piratenpartei hochrechnet, wird sie bei den nächsten Bundestagswahlen die absolute Mehrheit erreichen – und dass, obwohl sie sich noch gar kein richtiges Programm überlegt hat. „Das kriegen wir auch hin“, sagen sich die etablierten Parteien und nehmen den Kampf mit Korsaren im Haifischteich auf:

„Das Volk wünscht sich den transparenten Politiker“. Die CDU greift diese zentrale Programmaussage der Piraten gerne auf. Ob allerdings auch im Interesse des Volks gewesen sein wird, dass sich die Kanzlerin zu diesem Zweck für den Playboy nackig macht? Merkel hält die Aufnahmen jedenfalls für wählerisch wertvoll – und die CDU nennt sich von nun an „Partei der Christlichen Seefahrt“.

Die SPD verbrennt ihr Hamburger Programm und gibt zu, noch nie von irgendwas ’ne Ahnung gehabt zu haben. Wolfgang Thierse wird eine unverschämte Ähnlichkeit mit Claus Störtebecker nachgesagt (schließlich ist er Gottes Freund und aller Welt Feind) und Thilo Sarrazin will angeblich mit Johnny Depp den Film „Pirates of New Cologne“ gedreht haben. Die Genossen reden sich von nun an nur noch mit: „Na, du alter Seeräuber!?“ an.

Die Grünen kriegen von alledem nichts mit, weil sie sich grade mal wieder selber könnten. Nur der Abgeordnete Ströbele heuert als Fahrradkurier bei den Piraten an und stellt ihre Kaperbriefe zu, wobei er gegen Wind und Berg kreuzen muss.

Die Linken übernehmen die Piraten-Forderung, dass jedem das Recht auf Löschung seiner persönlichen Daten zugestanden werden müsse – insbesondere was die eigenen Stasi-Akten angehe. Sahra Wagenknecht entdeckt eine seelische Verwanztschaft mit Anne Bonny und der Text der „Internationale“ beginnt ab sofort mit den Worten: „Trinkt aus Piraten, jo ho!“

Die FDP fühlt sich in ihrer Arbeit ohne Sinn und Verstand bestätigt. „Wirklich mehr Profil als die ‚Piraten’ haben wir eigentlich auch nicht“, resümiert ein Pressesprecher stolz. Dass die FDP bei den Wahlen sogar noch hinter der „Milchmädchen-Partei“, der „Schulmädchen-Partei“ und der „Strichmädchen-Partei“ rangiere, liege nur daran, dass man so einen völlig besemmelten Namen trage: „Freidemokraten“ – klingt irgendwie völlig uncool. Die FDP tritt zukünftig als FBP – „Freibeuter-Partei“ – an.

Sie sind der 794980677. Besucher seit ich herausgefunden habe, wie man diesen Zähler manipuliert.   

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