Das Magazin für Kollateralschäden innerhalb der eigenen vier Wände

Geordnete Insolvenz im "Euro-Disney"

Durch das Jahr 2012 mit der Staatspleite in Griechenland

Januar 2012


Das Volk kocht! Um der traditionellen Strafe für Volksbeschiss (Steinigung mit drei Tage altem Gyros und anschließende Knoblauchvergiftung mit dem Tzatziki-Becher) zu entgehen, lässt sich der ehemalige Premierminister Papandreou verplomben und nach Russland exportieren. Dort fristet er sein Leben als mittelmäßiges Lenin-Double auf dem Roten Platz, bis ihn eines Tages ein griechischer Tourist erkennt und mit aufs Hotelzimmer nimmt.

Februar 2012


Nachdem man aus Geldknappheit die Demokratie nach Saudi-Arabien verkaufen musste, ist der Weg frei für einen lustigen Staatsstreich! Nach Papandreou und Papademos übernimmt nun Papaschlumphos die Staatsgeschäfte und bestellt Heiner Geissler als Isolvenzverpeiler.

März 2012


Geißler stellt seinen Insolvenzplan „Griechenland 21+“ vor. Demzufolge sollen die ausstehenden Zahlungen an die Ferngläubiger (21-karätige Goldbarren plus eine schöne Helena) unterirdisch abtransportiert werden. Der Fahrradkurier Hermes verkehrt indes überirdisch, wenn er den einheimischen Gläubigern die restlichen Staatsschätze zustellt (eine Kassenbrille mit 21 Dioptrien plus Nana Mouskouri).

April 2012


Die Banken pfänden den Griechen das Land unter dem Arschylos weg. Sie stellen den knapp 11 Mio. Schuldnern Räumungsklagen zu und bedanken sich bei ihnen für ihr Verständnis. Die Redaktion des Sprichwörter-Dudens bestätigt, dass die Redewendung ab sofort „Kuckucke nach Athen tragen“ heißt.

Mai 2012


Die griechische Dopingpolizei löst eine olympische Massenprotestbewegung wegen einer positiven B-to-B-Probe auf, so dass die Bagger ungehindert die Akropolis abreißen können. Nach der Zerstörung ihres Tempels wird das Volk der Griechen in alle Himmelsrichtungen zerstreut.

Juni 2012


Die Bundesregierung stellt klar, dass es sich bei griechischen Flüchtlingen keinesfalls um EU-Bürger handelt, da es Griechenland nicht mehr gibt, und der Nachfolgestaat „Euro-Disney“ die ehemaligen Griechen nicht als seine Bankkunden anerkennt. Alle Neustaatenlose, die ihre Nationalhymne „Wer soll das bezahlen?“ nicht auf der Stelle fehlerfrei tanzen können, werden ausgewiesen und nach Werweißwohin abgeschoben.

Juli 2012


Während der Bauarbeiten eines Fluchttunnels für die Führungsetage der Commerzbank entdecken Arbeiter die „Tonne des Diogenes“. Die Bank stellt das vorchristliche Ein-Familien-Haus in ihrer Eingangshalle auf und verwendet das „Fass ohne Boden“ als neues Firmenlogo.

August 2012


„Timeo Danaos et doena ferentes!“ Eine große amerikanische Schnellimbisskette kauft sämtliche ehemalige griechische Restaurants auf und eröffnet sie als Billigtavernen unter dem Label „McSokrates“ neu. Serviert werden chronische Pleiteburger mit alles Käse und einem Spritzer Galgenhumor.

September 2012


In nicht einmal vier Monaten Bauzeit hat das internationale Bankenkuratorium „Gangbank“ die Ägäis mit neuen Marmorpalästen zubetoniert. Bankenmanager, Aktionäre, und andere Spielsüchtige aus aller Welt tummeln sich in den Euroräumen von Saloon-City (ehemals Saloniki) und vergnügen sich in Casinos wie dem „Ancient Sparda“, „Josef’s Palace“ oder „Betty Bank“ mit Glücksspielen wie „Griechisch Roulette“ („Russisch Roulette“ mit sechs Kugeln in der Revolvertrommel) oder dem noch gefährlicheren „Hektors Graupen“, bei dem man im Vollsuff italienische Staatsanleihen aufgedrängt bekommt.

Oktober 2012


Der besondere Stolz der neuen Hauptstadt „Frankfurt am Styx“ sind die weitläufig angelegten Golfplätze und Parkanlagen. Die Pflege vertrauen die Banker dem griechischen Hirtengott Pan an, denn es ist gut, den Bock zum Gärtner zu machen.

November 2012


Der Heilige Onassis, Schutzpatron der Geldinstitute, scheint „Euro-Disney“ zu zürnen: Gerüchte von unglaublichen Reichtümern in Afghanistan machen die Runde, und bevor der Geldhahn auch nur dreimal krähet, erkranken alle Hassadeure, Hochstapler und Spekulanten, die das Land so reich gemacht haben, an Goldfieber und verlassen kapitalfluchtartig die Ägäis.

Dezember 2012


Ihre schöne Moneypole ist zwar pleite, doch davon lassen sich die lebensfrohen Banker nicht ihre gute Rendite verderben. Schließlich haben sich die Banken ja gegenseitig das ganze Geld geliehen, und was man selber nicht zurückzahlen kann, das pfändet man halt bei einer anderen. Die Banker nennen das „Geldkreislauf“. Und wenn alle Risse stricken, vögeln die stieren Finanzgötter Europa halt die Moneten aus dem Leib und stoßen sich am Rettungsfond die Füllhörner gesund. So geht ein warmer Ascheregen an den Hängen des Parnassos nieder und beschert den Neuhelenen einen ersten weißen Weihnachtsgeldsegen.

Fortsetzung folgt: 2013 fallen dann die fabelhaften Banker Boys auch über Ihr Land her wie die Heuschrecken ...

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